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Uebung macht den Meister!
Wenn wir uns antike Abbildungen...
... oder Zeichnungen des Kamasutra
ansehen, drä
ngt sich uns schnell der Eindruck auf, man müsse Akrobat
oder Zirkusartist sein, um diese Praktiken ausüben zu
können. Und wir
ziehen uns schnell zurück, ganz nach dem Motto: "Dazu bin ich
viel zu
ungelenkig, das ist nichts für mich!" Eine gewisse
Gelenkigkeit gehört
sicher dazu, verschiedene Stellungen auszuführen, das ist
richtig.
Gelenkigkeit und Flexibilität sind für den Sex und die Lust das A und
O, vor allem die Beweglichkeit im Beckenbereich.
Aber wo keine Bewegung ist, da ist keine
Durchblutung, und wo keine Durchblutung ist, da ist keine Empfindung,
und wo keine Empfindung ist, kann auch keine Lust sein. Sex wird
heutzutage allzugern mit bequemer Entspannung gleichgesetzt, die
möglichst keine Anstrengung kostet.
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Anstrengung haben wir im Leben
schon
genug, da wollen wir uns bei Sex und Lust nicht auch noch anstrengen
müssen. Schön und gut, nur ist Bequemlichkeit, um nicht zu sagen
Faulheit, ein Antagonist zu Lust und Sex.
Wer allzuviel und gerne im
bequemen
Fernsehsessel sitzt, wird alsbald seinen Hintern auch nicht mehr
für
"anstrengenden" Sex aus dem Sessel heben.
Dazu kommt, dass Sex in unserer
Gesellschaft allzuoft als Ersatzbefriedigung für ein
lustloses,
fremdbestimmtes Leben vollzogen wird und gar nicht aus Lust heraus
begangen wird. Viele Menschen sind süchtig nach dieser Art
Surrogat–Sex, ohne es zu wissen oder es je zu bennen. Da
dieser Sex gar
nicht dem eigentlichen Bedürfnis entspricht, kann er
natürlich auch
nicht befriedigen! Wer Kamasutra–Stellungen lustvoll erleben
will,
sollte sich also weder vor kö
rperlichen Anstrengungen scheuen noch von
falschen Vorstellungen von einer Sexualität leiten lassen, die
eigentlich gar nichts mit Lust und Liebe zu tun hat.
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Sie und er sollten sich einfach
wirklich
hingeben, ohne Druck und falsche Erwartungshaltung, dafür mit
umso mehr
Neugierde und Entspannung!Das Kamasutra folgt der Lebensauffassung des
Hinduismus.
Da gibt es drei Bereiche, die alle
gleich wichtig sind: das spirituelle Leben, das umfasst Moral, Geist
und Gesetz.
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Das zweite ist das materielle
Leben, zu
dem gehören Politik, Macht und Geld und das körperliche Leben, Kama, zu
dem zählt man Gefühle, Liebe und Sex. Alle drei Bereiche sollen
miteinander harmonieren. Die wichtigste Lehre des Kamasutra und bis
heute gültig: Bekämpfe deinen Trieb, lass dir Zeit! Denkt doch nicht
immer nur an das eine! Werben heisst warten, und das muss kultiviert
werden. Die Chancen stehen gut, dass sich endlich und
endgültig eine
wichtige Erkenntnis durchsetzt: Auch das sexuell vermeitlich
allwissende 21. Jahrhundert kann aus diesem uralten, so lange
unterschätzten Werk noch sehr viel lernen.
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Tipps & Tricks
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Bei einigen der besonders
verschlungenen
Kamasutra–Stellungen wundert es uns Europäer schon, wie man seinen
Körper so unnatürlich biegen und dabei noch Freude am Sex haben
soll.
Das erklärt sich daher, dass viele der raffinierten Stellungen dem
Hatha–Yoga entlehnt sind. Für einen
Yoga–geübten Körper sind diese
"Verrenkungen" natürlich kein Problem. Aber auch der
Durchschnittsmensch aus dem Land der untergehenden Sonne kann seine
Beweglichkeit trainieren! Für einen geschmeidigen, elastischen
Körper
nach asiatischem Vorbild ist es nötig, sich in sanfter Beharrlichkeit
zu üben.
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Aus diesem Grunde spricht dieses Buch
aus einer Zeit vor etwa 2000 Jahren immer noch soviele Menschen an, da
in ihm die überzeitliche Kunst der Werbung des Mannes bis hin
zu den
Geheimlehren über erotisierende Getränke, Zaubereien und luststeigernde
Feinheiten unnachahmlich geschildert werden!
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