Das Kondom
Das
Kondom ist in Sachen Sex mittlerweile ein so wichtiger Bestandteil
geworden, dass sich unzählige Namen dafür
eingebürgert haben: Präservativ, Verhüterli,
Pariser, Gummi, Überzieher usw. An vielen Schulen wird der
Umgang mit Kondomen schon in der 7. Klasse gelehrt und das zu Recht.
Das Kondom hat zwei wichtige Aufgaben: Erstens dient es der
Verhütung von ungewollter Schwangerschaft und zweitens und
noch viel wichtiger schützt es vor der Ansteckung mit sexuell
übertragbaren Krankheiten und zwar nicht nur AIDS, sondern
auch Hepatitis, Gonorrhoe („Tripper“), Syphilis,
Herpes und anderen. Die Aufzählung klingt zu Recht
beängstigend, damit man Sex aber trotzdem noch unbeschwert
genießen kann, sind Kondome unverzichtbar. Schon
in Casanovas Memoiren (sehr lesenswert Casanova: Aus meinem Leben) wird
von Kondomen berichten, die damals noch aus Tierdarm bestanden und vor
allem gegen die sogenannte „Franzosenkrankheit“
(die Syphilis) benutzt wurden. Heute bestehen Kondome aus
vulkanisiertem Kautschuk, das aus dem Harz bestimmter Bäume
gewonnen werden kann (Latex). Da einige Menschen auf Latex allergisch
reagieren, gibt es bereits Kondome ohne Latex, die sich im Fachhandel
schnell finden lassen. Die hauchdünne zweite Haut, die das
Kondom nach dem Überziehen quasi darstellt, ist stark dehnbar
und so gut wie gar nicht zu spüren. Dass der Mann nichts mehr
spüre, wenn er das Kondom übergezogen habe, ist
totaler Quatsch und einfach eine dumme Ausrede. Wenn die
Empfindungsfähigkeit überhaupt eingeschränkt
werden sollte, dann nur im Kopf und zwar aus Unwissenheit oder
Bequemlichkeit. Kondome gibt es heutzutage in allen möglichen
Farben, es gibt spezielle Kondome mit Noppen, Kondome mit Geschmack
für den Oralverkehr – nicht jede/r mag den reinen
Geschmack von Gummi, es gibt etwas dickere Kondome, extra für
Analverkehr, es gibt kleinere und besonders große Kondome,
die Auswahl ist groß. Über die
Größe sollte man sich aber nicht zu viele Gedanken
machen – die Standardgröße (Kondome
unterliegen internationalen Normen und Tests) ist so gut wie immer
ausreichend. In Deutschland und in der Schweiz gibt es spezielle
Gütesiegel für Kondome, auf die man beim Kauf achten
sollte. In Deutschland werden diese von der Deutschen Latex-Forschungs-
und Entwicklungsgemeinschaft (DLF) vergeben. In der Schweiz gibt es den
Verein Gütesiegel für Präservative. Anwendung: Trotz
der strengen Qualitätskontrollen sind auch Kondome nicht 100%
sicher, das liegt aber in der überwältigenden
Mehrzahl der Fälle nicht am Kondom, sondern an falscher und
unvorsichtiger Verwendung. Das beginnt schon mit dem Kauf: Kondome
sollten im Fachhandel, in Apotheken oder Drogerien gekauft werden. Von
Freiluftautomaten ist abzuraten, da die häufigen und mitunter
starken Temperaturschwankungen, die Kondome beschädigen
könnten. Beim Auspacken ist darauf zu achten, dass das Kondom
vorsichtig aus der Folie entfernt wird und nicht mit spitzen oder
scharfen Gegenständen in Berührung kommt, wenn es
dann noch vorsichtig über den erigierten Penis abgerollt wird
– braucht man sich eigentlich keine Sorgen mehr machen und
kann unbeschwerten Sex genießen. Eine Warnung noch: Kondome
reagieren nicht gut auf fett- oder ölhaltige Produkte. Der
Kontakt mit Massage-Ölen sollte also vermieden werden. Es gibt
jedoch spezielle Kondome, die dieses Problem nicht haben oder auch
wasserbasierte Gleitgele, die das Kondom nicht angreifen.
Das
Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das sowohl gegen
ungewollte Empfängnis als auch gegen sexuell
übertragbare Krankheiten ausreichenden Schutz bietet. Es
sollte daher ständiger Begleiter jedes verantwortungsvollen
Mannes sein, nicht nur aber vor allem bei häufiger wechselnden
Geschlechtspartnern. Und da Männer nicht immer unbedingt
zuverlässig sind, kann es nicht schaden, wenn auch Frauen ein
Kondom dabei haben. Übrigens, auch bei der Verwendung von Sex
Toys ist die Verwendung von Kondomen mitunter durchaus angebracht. |