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Erotik-News: Neue Therapie gegen Impotenz

In den Stammtischrunden wird gerne über Impotenz gewitzelt. Doch der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio präcox – PE), die häufigste Sexualstörung des Mannes, ist ein Tabuthema geblieben. Beim europäischen Urologenkongress in Stockholm hieß es am Mittwoch, dass vielen Betroffenen und ihren Partnerinnen mit einer neuen Therapie geholfen werden kann.
Der Salzburger Urologe Andreas Jungwirth erklärte: „Es ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn, es ist eine sexuelle Dysfunktion. Das Problem ist aber relativ groß. Etwa 30 Prozent der Männer kommen innerhalb von zwei Minuten nach der Penetration zum Samenerguss. Das zieht sich durch alle Altersgruppen und führt zur Frustration des Mannes genauso wie zur Frustration der Partnerin".
Bei Sex erfolgt der Orgasmus des Mannes mit dem Samenerguss in einem Zusammenspiel zwischen Nervenzentren im Rückenmark und im Gehirn. Die Kontrolle liegt im Gehirn. "Man definiert PE als Samenerguss schon vor oder innerhalb einer Minute nach der vaginalen Penetration. Der Mann hat darüber keine Kontrolle - und schließlich muss diese Dysfunktion für die Partner als belastend und frustrierend empfunden werden.", so Stefan Arver, Urologe von der Karolinska-Universitätsklinik. Dafür gab es bisher noch kein wirksames Therapiekonzept."Zu mir kommen vor allem jüngere Männer mit diesem Problem, die schon zwei, drei oder vier Partnerinnen deshalb verloren haben.", so Jungwirth. Anästhesierende Gels, Verhaltenstherapie und andere Mittel zeigten kaum Erfolg. Bei Zufallsbeobachtungen in der Behandlung von Männern mit Depressionen durch die Gabe von sogenannten Serotonin-Wiederaufnehme-Hemmern (SSRIs), welche die Konzentration des Hormons im Gehirn steigern, konnte man schließlich einen Weg nachweisen, der zu einer zugelassenen Therapie führt. Die Dauer des vaginalen Sex verdreifachte sich im Durchschnitt unter der Therapie. Der Urologe: "Das ging von zehn bis 20 Sekunden am Anfang auf bis zu fünf Minuten. Im Durchschnitt waren es um die drei Minuten. Für die Patienten sind das 'Lichtjahre'." Dass 70 Prozent der Männer normalerweise binnen drei bis fünf Minuten nach der Penetration zur Ejakulation kommen, ergaben Untersuchungen. Mit der Möglichkeit einer einfachen Behandlung - bis auf leichte Übelkeit wurden kaum Nebenwirkungen registriert - auch die PE aus der Tabuzone herauskommt, das erwartet nun Jungwirth.

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