Dessous Textilkunde

Dessous

Textilkunde für Dessous

Das sind die verschiedenen Textilien

Baumwolle/Cotton (CO = Kürzel bei Pflegeetikette)

Herkunft/Grundsubstanz: Naturfaser, natürliche Samenfaser, wächst an einem Strauch, Baumwolle besteht aus Zellulose.
Eigenschaften:
Vorteile: Sehr saugfähig, hautfreundlich, gute Reissfestigkeit (speziell im nassen Zustand), weisse Baumwolle ist kochfest, gut färbbar, gut mischbar, antistatisch, gute Licht-/ und Hitzebeständigkeit
Nachteile: Knitteranfällig da geringe Elastizität, Baumwolle läuft ohne spezielle Behandlung beim Waschen ein, bei feuchter Lagerung entstehen Stockflecken
Einsatzgebiete: Unterwäsche (Tag-/ und Nachtwäsche), Bettwäsche, Tischwäsche, Socken, Sommerkleider, Hemden, Blusen, Pullover, Sommerhosen, Jeans, Frottéwäsche, Berufsbekleidung,
Pflege: Weisse Baumwollstoffe sind kochecht, bunte Baumwollstoffe bis 60 Grad waschbar (Pflegeetikette beachten), lässt sich leicht feucht besser bügeln auf Stufe 2 oder 3, Kleider vor dem waschen wenden, so bleiben die Farben länger frisch, Wenn Baumwolle vor dem Waschen in kaltem Wasser eingelegt wird, verringert sich das einlaufen

Polyester (PL = Kürzel bei Pflegeetikette)

Herkunft/Grundsubstanz: Polyester gehört zu den synthetischen Chemiefasern und wird unter folgenden Handelsnamen geführt: Dacron, Diolen, Tersuissse, Tergal, Terylene, Trevira.
Polyester wird aus Steinkohle oder Erdöl hergestellt. Polyester ist der wichtigste synthetische Faserstoff.
Eigenschaften:
Vorteile:Knitterfrei, Sehr formbeständig, Licht-/ und Wetterbeständig, trocknet schnell, waschbar, geht nicht ein, weitgehend bügelfrei, Motten- und Bakteriensicher, hohe Reiss-/ und Scheuerfestigkeit,
Nachteile:Geringe Feuchtigkeitsaufnahme, Elektrostatische Aufladung, Nicht Stummelfest (Brandlöcher)
Einsatzgebiete: Hauptsächlich als Mischgewebe (70/30, 65/35, 55/45, 50/50 Prozent mit Wolle, Baumwolle, Viskose und Modalfasern) , Jacken, Sportswear, Segelstoffe, Krawatten, Schals, Dekorationsstoffe, Planen, Zeltdächer, Nähgarne, Berufsbekleidung, Wäsche
Pflege: 40 – 60 Grad in der Regel (Pflegeetikette beachten), Mittlere Stufe bügeln (mit Zwischentuch bügeln verhindert Glanzstellen)

Seide/Silk (SE = Kürzel bei Pflegeetiketten)

Herkunft/Grundsubstanz: Seide wird aus dem Gespinst der Seidenraupen (Maulbeerspinner) gewonnen. Die Raupen verpuppen sich nach ca. 30 Tagen Lebensdauer. Mit heissem Dampf werden die Raupen getötet und der Faden kann abgehaspelt werden. (bis zu 1000 Meter von 1 Kokon). Von ca. 50’000 Raupen ergibt sich 120 Kilo Rohseide. Es gibt 3 Qualitäten von Seide: Haspelseide (beste Qualität) Schappeseide und Bourettseide (schlechteste Qualität, weist Knoten und Verdickungen auf). Haupterzeugungsländer sind: China, Japan, Korea, Thailand
Seide besteht aus Eiweiss (Fibroin).
Eigenschaften:
Vorteile:Feinste Naturfaser, Temperaturausgleichend, Schöner Glanz, weicher Griff, schöner Fall, edle Optik, nimmt Feuchtigkeit auf, leicht, gute Elastizität daher wenig knitteranfällig,
Nachteile:Schweiss-/ Hitze-/ und Lichtempfindlich, anspruchsvoll in der Pflege, nicht strapazierfähig, Fleckenempfindlich, Reib-/ Scheuerempfindlich,
Einsatzgebiete: Blusen, Hemden, Unterwäsche, Abendkleider, Schals, Krawatten, Schirme, Bettwäsche, Nähzwirne, Teppiche, Farbbänder für Schreibmaschinen,
Pflege: Lauwarm von Hand waschen bei 30 Grad (Pflegeetikette beachten), nicht auswringen oder stark ausdrücken, kalt spülen, beim letzten Spülen einen Schuss Essig beigeben (erhält den Glanz), von der linken Seite auf der tiefsten Stufe bügeln (ohne Dampf, gibt Flecken),

Viskose (VI = Kürzel bei Pflegeetikette)

Herkunft/Grundsubstanz: Zellulose, welche aus Fichten-/ oder Buchenholz gewonnen wird, oder aus Baumwoll – Linters (kurze, nicht verspinnbare Baumwollfasern)
Viskose besteht aus Zellulose
Eigenschaften:
Vorteile:Gute Feuchtigkeitsaufnahme, gut färbbar, schwerer Fall, leicht glänzend, weich und angenehm im tragen, glatter, kühler Griff,
Nachteile:Knittert, lichtempfindlich, wenn nass weniger reissfest, läuft beim waschen ein
Einsatzgebiete: Wird für sehr feine, transparente bis kompakte Stoffe eingesetzt, Jersey und Maschenware, Hemden, Blusen, Mischgewebe, Futterstoffe, Wäsche
Pflege: Wenn waschbar dann bei 30 Grad (Pflegeetikette beachten), oder Handwäsche, sonst chemische Reinigung

Polyurethan (PU = Kürzel bei Pflegeetikette)

Herkunft/Grundsubstanz: Polyurethan gehört zu den synthetischen Chemiefasern und ist auch unter dem Handelsnamen Lycra der Firma Du Pont bekannt. Weitere Handelsnamen sind Dorlastan und Elastan. Polyurethan wird aus Steinkohle oder Erdöl hergestellt
Eigenschaften:
Vorteile:Sehr elastisch, sehr Reiss-/ und Scheuerfest, waschbar, trocknet schnell, unempfindlich gegen Schweiss und Kosmetik, altert nicht, widerstandsfähiger als Gummi, leicht, gut färbbar
Nachteile:Geringe Feuchtigkeitsaufnahme, nicht lichtbeständig, nicht kochecht,
Einsatzgebiete: Badeanzüge, Ski-/ und Sportstoffe, Bandagen, Miederwaren, Unterwäsche, Beschichtungsmaterial, als Beimischung bei Stretch Geweben,
Pflege: In der Regal maschinenwaschbar 30 – 40 Grad (Pflegeetikette beachten)

Polyamid/Nylon (PA = Kürzel bei Pflegeetikette)

Herkunft/Grundsubstanz: Polyester gehört zu den synthetischen Chemiefasern und ist auch unter der Bezeichnung Nylon 6 oder 6.6. bekannt. Polyamid wird aus Steinkohle oder Erdöl hergestellt
Eigenschaften:
Vorteile:Höchste Festigkeit, hohe Scheuerfestigkeit, knittert nicht, kalter Griff, nimmt keine Feuchtigkeit auf, gut waschbar, trocknet schnell, mottenecht, formbeständig, lässt sich thermoplastisch verformen,
Nachteile:Pillinganfällig, Hitzeempfindlich (trockene Hitze), geringe Feuchtigkeitsaufnahme (3,8 % des Eigengewichtes), Elektrostatische Aufladung, Nicht kochfest, nicht Lichtbeständig (Sonnenlicht schwächt die Faser),
Einsatzgebiete: Oft als Beimischung mit Wolle, Baumwolle oder anderen Chemiefasern, Feinstrümpfe, Socken, Damen-/ Herrenwäsche, Miederwaren, Bade-/Sport-/Freizeitbekleidung, Schirme, Teppichböden, Dekorationsstoffe, Schutzbekleidung (Fechtkleider), Feuerwehrschläuche,
Pflege: Maschinenwaschbar, meistens 40 Grad (Pflegeetikette beachten), weitgehend bügelfrei, wenn, dann ohne Dampf auf 1. Stufe bügeln,

Leder/Wildleder

Herkunft/Grundsubstanz: Leder ist die Haut von Tieren, die durch Behandlung mit Gerbstoffen Ihre Eigenschaften so verändert hat, dass sie dadurch nicht mehr fäulnisfähig ist.
Häufigste Lederarten: Rind, Kalb, Schwein (sehr grobporig), Ziege, Lamm. Es gibt grundsätzlich 2 Lederarten: Nappaleder und Veloursleder
Beim Nappaleder wird die Hautseite (Narbenseite) nach aussen genommen, hat eine glatte, weiche Oberfläche, Beim Veloursleder wird die Innenseite des Leders nach aussen genommen (Fleischseite), die Oberfläche ist samtartig, sehr weich, heikel in der Pflege Veloursleder wird oftmals fälschlicherweise als Wildleder bezeichnet! Wildleder kann Nappa-/ oder Veloursleder sein, stammt aber von Wildlebenden Tieren! (Elch, Hirsch, Antilope, Gams etc.)
Eigenschaften:
Vorteile:Atmungsaktiv, winddicht, weich und anschmiegsam, Wärmeausgleichend, Gute Feuchtigkeitsaufnahme, Edle Optik, strapazierfähig, formtreu bei guter Qualität
Nachteile:Unterschiedliche Häute führen zu einer ungleichmässigen Optik (typisches Merkmal von echtem Leder), Nur chemische Reinigung möglich (Spezialreinigungen), Starke Verschmutzungen können nicht mehr gereinigt werden, Leder vergilbt und wird spröde an starker Sonnenbestrahlung (Nie im Auto auf der Heckablage liegen lassen, oder am Ofen trocknen!)
Einsatzgebiete: Bekleidung (Jacken, Mäntel, Hemden, Hosen, Gilets), Schuhe, Accessoires, Möbel
Pflege: So selten wie möglich reinigen (Pflegeetikette beachten), Vor dem ersten tragen imprägnieren oder einfetten, alle 2 Monate erneuern, nicht in Plastiksäcken lagern, Flecken nicht selber entfernen (gibt Flecken und Kränze)

Polyacrylnitril (PC = Kürzel bei Pflegeetikette)

Herkunft/Grundsubstanz: Polyacryl gehört zu den synthetischen Chemiefasern und ist auch unter den Handelsnamen Orlon und Dralon bekannt und ist die wollähnlichste Chemiefaser. Aus Polyacryl werden ausschliesslich Spinnfasern hergestellt. Polyacryl wird aus Steinkohle oder Erdöl hergestellt
Eigenschaften:
Vorteile:Isoliert und wärmt, grosse Bauschigkeit, Knitterarm, leicht, Luftdurchlässig, filzt nicht, Läuft nicht ein, waschbar, trocknet schnell, Lichtecht, Wollähnlicher Griff, kein Vergilben
Nachteile:Geringe Feuchtigkeitsaufnahmen (1,2 % des Eigengewichtes, Elektrostatische Aufladung, Pillinganfällig,
Einsatzgebiete: Maschenwaren, Oberbekleidungsstoffe, Pelzimitationen, Unterwäsche, Decken, Dekorstoffe, Möbelbezugsstoffe, Bodenbeläge, oft als Mischgewebe, Gardinen, Tischwäsche,
Pflege: In der Regel Maschinenwaschbar 30 – 40 Grad (Pflegeetikette beachten), Bügeln auf Stufe 1 ohne Dampf,

Polypropylen (PP = Kürzel bei Pflegeetikette)

Herkunft/Grundsubstanz: Polypropylen gehört zu den synthetischen Chemiefasern und ist die leichteste Chemiefaser. Polypropylen wird als Filament und Spinnfaser hergestellt. Microfasern sind meistens aus PP.
Polypropylen wird aus Steinkohle oder Erdöl hergestellt
Eigenschaften:
Vorteile:Hohe Lichtbeständigkeit, Wasserunempfindlich, hohe Wetterbeständigkeit, sehr strapazierfähig, bester Feuchtigkeitstransport, waschbar, weicher Griff,
Nachteile:Nimmt keine Feuchtigkeit auf, empfindlich gegen hohe Trockentemperaturen (Tumbler),
Einsatzgebiete: Sportwäsche, Damen-/Herenwäsche, Radrennfahrer – Dresses, Markisen, Teppichböden für Bad und WC, Outdoor – Beläge,
Pflege: Maschinenwaschbar 40 – 60 Grad (Pflegeetikette beachten)

 
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