Kamasutra – Der Akt

Kamasutra Buch der Liebe

Kamasutra – Der Akt

Wichtig ist auch   die Dauer des Liebesaktes, die in drei Klassen eingeteilt ist:

  • – schnell
  • – mittel
  • – langsam

kamasutra10Wieder ergeben sich drei gleiche und drei ungleiche Beziehungen, insgesamt also neuen Kombinationen bezüglich der Akt–Dauer! Der Herausgeber des Kamasutra, Vatsyayana, ist wie auch viele andere Literaten der Meinung, dass die Frau den Mann um so mehr liebe, je länger die Liebesvereinigung dauert. Nach einem „Schnellschuss“ ist sie dagegen meist mit ihrem Partner unzufrieden und frusturiert. Er vergleicht den Liebesakt mit der schrittweisen Beschleunigung einer Töpferscheibe oder eines Kreisels.

Jede heftige Bewegung müsse erst allmählich in Schwung kommen. Auch die Frau kommt lusttechnisch eher langsamer in Fahrt, um nach dem Höhepunkt die Leidenschaft langsam wieder abebben zu lassen.
Die Wollust der Frau unterscheidet sich von Natur aus der des Mannes. Er hat eine aktivere Funktion, sie eine passivere. Die Verschiedenheit der Mittel beim Liebesverkehr liegt in der Verschiedenheit der körperlichen Ausstattung; dessen ungeachtet können jedoch beide Partner die gleiche Wollust empfinden. Es gibt also neun verschiedene Möglichkeiten der Liebesvereinigung nach Mass, Begehren und Zeitdauer. Aus diesen drei mal neuen Möglichkeiten, ergibt sich eine Vielzahl von Liebesvereinigungen. Laut Vatsyayana ist es ausdrücklich die Aufgabe des Mannes, in allen diesen möglichen Liebesvereinigungen die besten Mittel für die Lustgewinnung der Frau zu gebrauchen.

kamasutra11Bei ihr träte auf alle Fälle die Wollust früher ein. Der Mann müsse auf die Bereitwilligkeit der Frau für die Liebesvereinigung achten, gegebenenfalls durch vorsorgliches Benehmen eine gewisse Vorbereitung treffen – kurz und gut: sie mit allen Mitteln zu stimulieren! Die Rollen beim Liebesakt werden in den aktiven Teil des Mannes und den passiven Teil der Frau unterteilt. Die Passivitä t ist dabei jedoch nicht im Sinne unbeteiligten Erleidens zu verstehen, sondern es wird eine Einheit mit dem aktiven Element hergestellt. Es gilt als Ziel des Mannes, bei der Vollziehung des Geschlechtsakts die Frau zu befriedigen. Wenn nun alle Anleitungen, die das Kamasutra bis zu diesem Punkt gibt, keinen Erfolg zeitigen, soll die Zauberei und ihre Geheimlehre Abhilfe schaffen.

kamasutra12Es wird auf Aphrodisiaka verwiesen, die helfen sollen, die Frau zu bezaubern und die Potenz des Mannes zu steigern. Gezuckerte Milch mit Knoblauchknollen und Süssholz sind eines dieser Mittel. Zum Schluss werden Salben und andere Mixturen genannt, die dazu beitragen sollen, das männliche Glied zu vergrössern. Die Grundmaxime des Kamasutra ist, das sich in der Liebe gleich zu gleich gesellen soll. Vatsyayana hebt in seinem Werk auch die Selbstbeherrschung hervor, warnt vor den üblen Folgen der Zügellosigkeit, vor Sadismus und wendet sich auch gegen die blinde Wollust. Am Schluss seines Werkes betont er, dass er es in geistiger Konzentration (Samadhi) und keuschem Wandel (Brahmacarya) verfasst hat.

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