Kamasutra – Uebung macht den Meister

Kamasutra – Uebung macht den Meister

Uebung macht den Meister!

kamasutra13Wenn wir uns antike Abbildungen oder Zeichnungen des Kamasutra ansehen, drängt sich uns schnell der Eindruck auf, man müsse Akrobat oder Zirkusartist sein, um diese Praktiken ausüben zu können. Und wir ziehen uns schnell zurück, ganz nach dem Motto: „Dazu bin ich viel zu ungelenkig, das ist nichts für mich!“ Eine gewisse Gelenkigkeit gehört sicher dazu, verschiedene Stellungen auszuführen, das ist richtig. Gelenkigkeit und Flexibilität sind für den Sex und die Lust das A und O, vor allem die Beweglichkeit im Beckenbereich.

Aber wo keine Bewegung ist, da ist keine Durchblutung, und wo keine Durchblutung ist, da ist keine Empfindung, und wo keine Empfindung ist, kann auch keine Lust sein. Sex wird heutzutage allzugern mit bequemer Entspannung gleichgesetzt, die möglichst keine Anstrengung kostet.

Anstrengung haben wir im Leben schon genug, da wollen wir uns bei Sex und Lust nicht auch noch anstrengen müssen. Schön und gut, nur ist Bequemlichkeit, um nicht zu sagen Faulheit, ein Antagonist zu Lust und Sex.

Wer allzuviel und gerne im bequemen Fernsehsessel sitzt, wird alsbald seinen Hintern auch nicht mehr für „anstrengenden“ Sex aus dem Sessel heben.

kamasutra14Dazu kommt, dass Sex in unserer Gesellschaft allzuoft als Ersatzbefriedigung für ein lustloses, fremdbestimmtes Leben vollzogen wird und gar nicht aus Lust heraus begangen wird. Viele Menschen sind süchtig nach dieser Art Surrogat–Sex, ohne es zu wissen oder es je zu bennen. Da dieser Sex gar nicht dem eigentlichen Bedürfnis entspricht, kann er natürlich auch nicht befriedigen! Wer Kamasutra–Stellungen lustvoll erleben will, sollte sich also weder vor kö rperlichen Anstrengungen scheuen noch von falschen Vorstellungen von einer Sexualität leiten lassen, die eigentlich gar nichts mit Lust und Liebe zu tun hat.

Sie und er sollten sich einfach wirklich hingeben, ohne Druck und falsche Erwartungshaltung, dafür mit umso mehr Neugierde und Entspannung!Das Kamasutra folgt der Lebensauffassung des Hinduismus.

Da gibt es drei Bereiche, die alle gleich wichtig sind: das spirituelle Leben, das umfasst Moral, Geist und Gesetz.

kamasutra15Das zweite ist das materielle Leben, zu dem gehören Politik, Macht und Geld und das körperliche Leben, Kama, zu dem zählt man Gefühle, Liebe und Sex. Alle drei Bereiche sollen miteinander harmonieren. Die wichtigste Lehre des Kamasutra und bis heute gültig: Bekämpfe deinen Trieb, lass dir Zeit! Denkt doch nicht immer nur an das eine! Werben heisst warten, und das muss kultiviert werden. Die Chancen stehen gut, dass sich endlich und endgültig eine wichtige Erkenntnis durchsetzt: Auch das sexuell vermeitlich allwissende 21. Jahrhundert kann aus diesem uralten, so lange unterschätzten Werk noch sehr viel lernen.

Tipps & Tricks

kamasutra16Bei einigen der besonders verschlungenen Kamasutra–Stellungen wundert es uns Europäer schon, wie man seinen Körper so unnatürlich biegen und dabei noch Freude am Sex haben soll. Das erklärt sich daher, dass viele der raffinierten Stellungen dem Hatha–Yoga entlehnt sind. Für einen Yoga–geübten Körper sind diese „Verrenkungen“ natürlich kein Problem. Aber auch der Durchschnittsmensch aus dem Land der untergehenden Sonne kann seine Beweglichkeit trainieren! Für einen geschmeidigen, elastischen Körper nach asiatischem Vorbild ist es nötig, sich in sanfter Beharrlichkeit zu üben.

  • – Versuchen Sie zum Beispiel, Ihr Becken wie beim Hula–Hoop Kreisen zu lassen, das macht die Hüften geschmeidig!
  • – Für kräftige Schenkel und biegsame Gelenke können Frauen sich auf die Fersen setzen, dann die Füsse auseinander bewegen bis das Gesäss den Boden berührt. In dieser Stellung bleiben und die Vaginalmuskeln anspannen und wieder loslassen. Mehrfach wiederholen.
  • – Die klassische Kerze macht geschmeidig! Einfach auf den Rücken legen den Körper oberhalb der Hüfte auf die Hände stützen. Geübtere können die Knie anwinkeln, die Fusssohlen aneinanderlegen und dann versuchen, abwechselnd das linke und das rechte Knie auf den Boden zu bringen!
  • – Man braucht nicht alle „Lehren“ übernehmen, da sie schliesslich aus einem ganz anderen, östlichen Kulturkreis stammen. Aber Kuss, Umarmung und Vereinigung zwischen Liebenden bleiben zu allen Zeiten und in allen Ländern gleich.

Aus diesem Grunde spricht dieses Buch aus einer Zeit vor etwa 2000 Jahren immer noch soviele Menschen an, da in ihm die überzeitliche Kunst der Werbung des Mannes bis hin zu den Geheimlehren über erotisierende Getränke, Zaubereien und luststeigernde Feinheiten unnachahmlich geschildert werden!