Sex – Geschichte der Sextoys

Die Geschichte der Sextoys

Die Geschichte der Sexspielzeuge beginnt nicht erst mit heutigen Gummi- oder Latex-Produkten. Das Benutzen sexueller Hilfsmittel ist eine uralte Praxis und kann bis in die Zeit der ersten menschlichen Malereien und Bildhauereien zurückverfolgt werden. Es wurden Phallus-Nachbildungen (Dildos) entdeckt, die mehr als 30000 Jahre alt sind – das ist die Altsteinzeit, Menschen hatten gerade erst begonnen, primitive Werkzeuge zu entwickeln. Auf Malereien der Zeit wurde der Zweck dieser Gegenstände ziemlich deutlich: sich selbst oder andere sexuell zu stimulieren. Sex Toys wurden bereits vor der Erfindung des Rades, des Ackerbaus oder des Schwertes erfunden – wenn das nicht ein gutes Zeugnis für die Menschheit ist. Gut, diese Darstellung mag etwas übertrieben sein, fest steht aber, dass schon in diesen Urzeiten Gegenstände und Abbildungen geschaffen wurden, die der sexuellen Stimulation dienten.

Wesentlich professioneller beginnt die eigentliche Geschichte der Sex Toys natürlich bei den alten Griechen vor über 2500 Jahren. Dildos (griechisch: „Olisbis“) lassen sich in der Kunst und Literatur der Antike schon mehrere Jahrhunderte vor Christi Geburt nachweisen. Vor allem auf alten Vasen gibt es viele Darstellungen mit explizit sexuellem Inhalt, zum Beispiel ein Artefakt, das einen Doppel-endigen Dildo zeigt oder die Darstellungen der Dionysos-Feste, zu denen speziell gefertigte Phallus-Statuen offen und stolz herumgetragen wurden. Da die antiken Griechen sich selbst noch nicht nach sexuellen Präferenzen kategorisierten, wie wir es heute tun (Homosexuell, bisexuell, heterosexuell, monosexuell – der moderne Mensch ist zumindest in dieser Beziehung sehr einfallsreich), war der Gebrauch von Dildos durchaus üblich.

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Von Cleopatra, der ägyptischen Königin, ist nicht nur bekannt, dass sie mehrere intime Männerfreundschaften pflegte, sondern auch, dass sie kleinen Hilfsmitteln nicht abgeneigt war. Dass Dildos im alten Ägypten bekannt waren, ist erwiesen. Und wenn man bedenkt, dass Cleopatra ihren Männern nicht nur einmal Krieg einbrachte und sie daher oft alleine war, braucht es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was sie gemacht hat, wenn sie alleine war. Ob sie allerdings tatsächlich eine mit Bienen gefüllte Papyrustüte als Vibrator benutzt hat, wie hin und wieder zu lesen ist, kann man bezweifeln. Ob man es für erstaunlich hält oder nicht, Orte, an denen man wirklich viel über die Geschichte von Sexualität und Sexspielzeugen lernen kann, sind Altertums- und/oder Kunstmuseen. Nicht nur Phallus-Nachbildungen (Dildos und/oder religiöse Gegenstände), uralte Statuen, die deutlich auf Sexualität und Fruchtbarkeit anspielen oder viele Gemälde. Man sollte sich von einem Kunsthistoriker einmal die Bilder niederländischer Renaissance- und Barockmaler deuten lassen. Da kann einem schon mal die Kinnlade herunterklappen.

Gerade auch von den Römern ist bekannt, dass sie sinnlichen Genüssen alles andere als abgeneigt waren. Vor allem aus der Spätzeit des Römischen Reiches sind Darstellungen wilder Feste und Orgien bekannt. Nicht umsonst kommt das Wort „Sex“ vom lateinischen „sexus“, was so viel wie Geschlecht bedeutet. Man denke nur an die Darstellungen von Weiblichkeit in der Kunst. Auch war der Beruf der „Hetäre“, der in etwa dem einer Prostituierten oder eines Call-Girls entspricht zu der Zeit noch hochangesehen. Es ging dabei allerdings meist um etwas mehr als „nur Sex“. Mit dem Ende des (West-)Römischen Reiches und damit dem Ende der Antike setzte ein starker Umschwung im Verhältnis gegenüber der Sexualität ein. Falsche Auslegungen der Bibel und die Herrschaft äußerst sittenstrenger Könige und Päpste führten dazu, dass Freude am Geschlechtsverkehr als Sünde, als Teufelszeug gebrandmarkt wurde. Sexuelle Wünsche behielt man besser für sich. Sex Toys wurden, wenn überhaupt, zur Behandlung typisch „weiblicher“ Krankheiten verwendet, zum Beispiel der sogenannten Hysterie – der ältesten definierten, geistigen Störung. Aus heutiger Sicht sind die alten Beschreibungen der Hysterie wissenschaftlich allerdings absolut unhaltbar. Hysterie galt als eine weibliche Krankheit, die eintrete, wenn die Frau lange nicht sexuell befriedigt worden sei und aufgrund dessen ihre Gebärmutter im Körper umherwandere. Allzu viel ist sonst nicht bekannt aus dem „dunklen“ Mittelalter, da die schriftlichen Zeugnisse fehlen. Lesen und Schreiben konnten eigentlich nur die Mönche in den Klöstern und ob die sich nun mit den kleinen Freudenspendern auskannten oder auch nicht, zumindest haben sie nicht viel darüber geschrieben. Ein Gipfel dieser Entwicklungen war sicherlich der Keuschheitsgürtel, der um 1100 in England auftauchte. Ironisch daran ist, dass diese Gürtel, die damals dazu dienten die sexuelle Freiheit von Frauen zu beschneiden, heutzutage durchaus zum Liebesspiel genutzt werden können. Ähnlich ist es mit Peitschen, die früher zur Selbstgeißlung aus religiösen Gründen geschwungen wurden (und aus wesentlich unmenschlicheren Gründen), heute aber durchaus für lustbringende Spielchen, nicht nur in der BDSM-Szene, genutzt werden.

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Mit Beginn des 14. Jahrhunderts kam es endlich zu einem großen Umschwung im Denken der Europäer. Das neue Denken, ausgehend von Italien und sich langsam über Europa verbreitend, brachte ein ganz neues Menschenbild mit sich. Es war ein weltlicheres, dem Menschen zugewandtes Weltbild und das schloss auch die Sexualität mit ein. Der Name Dildo stammt vom italienischen Wort „diletto“ für Entzücken. Kunstfertige und vertrauliche Handwerker schufen aus Holz, Leder, Stein oder auch Elfenbein einfache, aber sehr kunstvolle und praktische Dildos. So weit war man damals dann aber doch noch nicht, dass man allzu offen mit der Sexualität hätte umgehen können. Aber gerade in Kunstwerken und auch in der Literatur finden sich viele kleine Anspielungen und Doppeldeutigkeiten.

Das Viktorianische England (2. Hälfte des 19. Jahrhunderts) war besonders prüde. Frauen trugen hochgeschlossene Kleider und selbst die Unterwäsche, die nicht selten aus vielen verschiedenen Schichten bestand, war alles andere als offenherzig. Nichtsdestotrotz wurde zu dieser Zeit in England eine der wichtigsten Erfindungen im Bereich der Sex Toys gemacht: der Vibrator! Unter dem Namen Massagestab wurde er sogar öffentlich verkauft, wenn auch nicht als sexuelles Hilfsmittel, obwohl den meisten Menschen gerade die sexuelle Komponente insgeheim sehr am Herzen gelegen haben dürfte. Gerade in dieser Zeit mit seinen zumindest etwas fortgeschritteneren psychologischen Erkenntnisse wurde der Vibrator oft als Heilmittel für „hysterische“ Frauen verschrieben. Diese Vibratoren waren oft noch große Geräte, die den Strom noch aus einer Steckdose in der Wand bekamen. Doch schon 1880 wurde der erste Batterie-betriebene Vibrator entwickelt. Die Ära der High-Tech Sex-Toys hatte damit begonnen. Kurioserweise ist das Viktorianische Zeitalter, trotz seiner nahezu steifen Frigidität, in Sachen Sex Toys nach der heutigen Zeit wohl die Nummer 2. So gab es zum Beispiel spezielle Butt Plugs in Form von hölzernen Zapfen, die aber einem eher seltsamen Zweck dienten: der Vorbeugung von unnötigem Samenverlust. Ein Plug war für die britischen Ärzte tatsächlich noch ein Stöpsel. Zum Glück verstehen wir den menschlichen Körper heute besser! Als die Menschen nach und nach erkannten, wie groß das sexuelle Vergnügen an Sex Toys sein konnte, begann man sie nach und nach als Sex Hilfsmittel zu verkaufen, wenn auch noch vorsichtig und im Geheimen.

Im Jahr 1918 bot eine amerikanische Warenhauskette in einem Katalog einen Vibrator an, als eine „sehr befriedigende Ehehilfe“ und als ab den 1920ern die ersten Porno-Filme auf den Markt kamen, wurde auch einer etwas breiteren Schicht das Potential der Ehe-Hilfen deutlich. Als schließlich der Sexualforscher Alfred Kinsey seine als Kinsey-Report bekannt gewordene Sexualstudie veröffentlichte, aus der hervorging, dass 94% aller Männer und immer noch 40% der Frauen Selbstbefriedigung betrieben, war der Einfluss gewaltig. Einige Zeitungen verglichen die Ergebnisse der Studie gar mit einem Atombomben-Einschlag. Die relativ prüde öffentliche Moral war schwer getroffen und ging ca. 15 Jahre später in den Wilden 60ern endgültig zu Boden. „Freie Liebe“ war das Stichwort – man begann offen über Sex zu reden und ihn ziemlich offen zu leben. So eröffnete denn auch im Jahr 1962 in der hübschen Stadt Flensburg direkt an der dänischen Grenze der erste Sexshop der Welt, allerdings immer noch unter dem Decknamen „Fachgeschäft für Ehehygiene“. Aber die Entwicklung war nicht mehr zu bremsen. Mit dem Aufkommen von Spezialgeschäften für erotisches Zubehör, verbreiterte sich auch das Angebot an diesem. Heute gibt es sexuelles Spielzeug für Jedermann in allen Formen und Größen, für sie, für ihn und für beide. Die Sex Shops sind auch längst nicht mehr nur abseits in Industriegebieten, sondern mitten in belebten Innenstädten zu finden. Sex Toys werden mittlerweile sogar in den großen Versandkatalogen verkauft – nicht so qualitativ hochwertig und in der großen Auswahl wie in Sex Shops oder Online Stores jedoch. Sex Toys sind aber angekommen und brauchen nicht mehr versteckt werden. Sie sind qualitativ hochwertig und haben nicht Schmuddeliges an sich. Und die Entwicklung geht weiter. Sex Toys waren Kunstwerke und Heilmittel, religiöse Gegenstände, aber auch Teufelswerk, heute sind sie vor allem eins: kleine und größere Hilfsmittel, die das sexuelle Empfinden und Erleben aufregender und schöner gestalten – und das ist und bleibt eines der wichtigsten Dinge, schon vom Beginn der Menschheit an.

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